Get Adobe Flash player

< zurück zu Was Erlebtes - BLOGS
< BLOG - Body & Soul 01 | BLOG - Body & Soul 03 >

Monsoon in Kalari Kovilakom
07. November 2009

Monsoon in Kalari Kovialkom

…und es schüttet und gießt und schifft und macht und tut und schuld ist, sagen die Mitarbeiter vom Kalari Kovilakom, der Nordostmonsun. Mittags hatte es begonnen und seitdem prasselt und knattert es auf‘s Dach, dass es nur so knallt. Wie mag sich das erst anfühlen, wenn es hier zwischen Mai und August „richtig“ regnet. “Verursacher” ist dann der Südwestmonsun, der dennoch oft sehnsüchtig erwartet wird, weil in der Hitze von Dezember bis Mai hier schnell alles verdorrt. Beim Abendessen hat es nochmal richtig losgelegt, und alles was kräucht und fleucht, versammelte sich auf der Veranda, wo man sich beim Essen gegenüber sitzt. Die paar Kriechtiere und die Frösche oder Kröten haben mich dabei am wenigstens gestört, schlimm waren eher die fliegenden Geräte. Seit ich denken kann, gehöre ich zu den beliebtesten Landeplätzen für Moskitos und anderes stechendes Getier, insofern war mein Abendessen heute alles andere als eine entspannte Angelegenheit.

Dabei hat das Menü heute richtig gut geschmeckt. Ein superdünner, großer Weizenfladen, dazu ein Kokos-Chutney und wie immer gekochtes, aber schwer definierbares Gemüse…irgendwie waren grüne Bohnen mit dabei. Die meisten essen die Speisen mit dem angenehm schweren Teelöffel, wie auch bei den metallenen Trinkbechern, hat man da wirklich was in der Hand. Ich mache mir aus den dünnen Fladen, die eigentlich immer am Start sind, gerne kleine Röllchen, die ich dann in den Dip tunke – sonst ist mir das zu trocken und schmeckt nach nichts. Gegen den Wasserreis, der mittags meist auf dem Speiseplan steht, war das heutige Dinner jedenfalls der reine Hochgenuss. Fast hätte ich die Suppe vergessen. Ich bin in meinem Yoga-Awareness-Programm aber noch nicht so weit fortgeschritten, dass ich hätte erkennen können, was das für eine Suppe war. Dünn, ohne irgendein festeres Teil, auf das man beißen würde, ist sie jedenfalls immer. Selbst elegantes Schuhbeck-Style-Aufschäumen würde da nichts ändern: Wasser bleibt Wasser, und der kleine Gruß aus Kalau ist nicht zu vermeiden: In den Teller sehen regelmäßig mehr Augen rein als raus.

Speisesaal in Kalari Kovilakom Speisesaal in Kalari Kovilakom

Gegen das Getier marschiert ohne Pause ein guter Geist des Hauses auf der Veranda auf & ab und schwenkt dabei einen kleinen Kessel mit Kohlen. Die Kräuter, die darauf verbrannt werden, irgendwie die ayurvedische Antwort auf Autan, entwickeln einen gehörigen Rauch, und der vertreibt… soll die Viecher vertreiben. Darum gebeten oder nicht, kommt man auch immer mal wieder in den Genuss einer persönlichen Dröhnung, wenn der gute Mann nämlich Deinen Tisch, als besonders gefährdet ausmacht und Dich eine halbe Minute lang einnebelt. Mir ist es recht, trotz s.o. bin ich bisher kaum gepiesackt (schreibt man das wirklich so?) worden. Der Weihrauch-gestählte Benedikt im fernen Rom, wäre mit Sicherheit stolz auf uns – in diesem Sinne Hare Krishna:-)

Apropos: Heute war Mantra Chanting. Mantras, muss glaub` ich Mantren heißen, sollen uns schützen, und das in allen Lebenslagen. Irgendwie gibt es bei den Indern für jede Lebenssituation das passende Mantra. Um keinen Mißbrauch zuzulassen, es könnte ja jemand auf die Idee kommen, das Mantra gegen Ratten (sowas gibt es) meistbietend zu verkaufen, um also solchen Auswüchsen vorzubeugen, sind Mantren nur wirksam, wenn sie mit einem Yogi gesungen werden. Der unsere heute hieß doch tatsächlich Guru, den Nachnamen erspar ich mir, und das Mantra betraf, ayurvedamäßig einwandfrei, unsere Gesundheit. Glücklicherweise mussten wir nicht, wie vorgeschrieben, 108 mal die gleichen vier Zeilen singen, sondern nur 27 mal… ich denke, das geht in Ordnung, mit der Anzahl der Teilnehmer multipliziert, lagen wir da gut im Rennen.

AUM TRYAMBAKAM YAJAAMAHE;
SUGANDHIM RUKAMIVA BHANDHANAAT,
MRITYOR MUKSHEEYA
MAA - MRITAAT

Let us meditate on the three-eyed-one, who is sacred (fragrant) and who nourishes all beeings just as the ripe cucumber is automatically released from it`s attachement to the creeper, may we be liberated from (total identification with) death (our mortal body and personality) and be granted (realization of) our immortal nature.

Auch wenn ich beim Singen immer wieder spazierengedacht habe, weil ich bei dem allgemeinen Gebrummel und Gekrächze Schwierigkeiten hatte, die Stimme des Yogis zu hören, ich wollte doch wenigstens die Töne treffen, war es eine schöne Erfahrung. Ob es am fleißigen Singen liegt oder an der gelockerten Atmosphäre, die sich bei allen beim Singen eingestellt hat, ich fühle mich heute Abend saugut bis bestens. Und Ihr zuhause seid gefälligst froh, dass es hier keine Bar gibt, sonst hätte ich mich mit Sicherheit nicht hingesetzt und Euch aus der pfernen, pfremden Welt berichtet. Ja ja, so toll bin ich… :-)

Vielleicht lag es aber auch an der speziellen Anwendung, die ich heute vom Doktor und von Siby in der Massageabteilung bekommen habe… dazu mehr beim nächsten Mal.

BLOG - Body & Soul 03 >